Protestkartenaktion für die Jagdnovelle
Damit das völlig veraltete Jagdrecht in Deutschland an die geänderten nationalen
und internationalen Tier- und Naturschutzbestimmungen angepasst wird, bitten wir um Ihre Unterstützung.
Appellieren Sie an den
Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Franz Müntefering sowie die
Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Angela Merkel
die Initiative des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft für eine grundlegende Änderung des Bundesjagdgesetzes zu unterstützen.
Protestkarten können Sie bei der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes, Baumschulallee 15, 53115 Bonn anfordern.
Viel Tod - viel Ehr
Am Ende eines Jahres veroeffentlichen die Jagdzeitschriften stolz die Streckenzahlen - die Anzahl der landes- und bundesweit getoeteten Tiere des Jagdjahres. Je mehr Exemplare einer Tierart dabei getoetet wurden, umso mehr wird der Erfolg von der Jaegerschaft gefeiert.
Jagdstrecke Bundesrepublik Deutschland 2002/2003
Die knapp 340.000 Jaeger, die es in Deutschland gibt, brachten im Jagdjahr 2002/2003 nach Mitteilung des Deutschen Jagdschutz-Verbandes 5.388.201 Tiere "zur Strecke."
Quelle: Du und das Tier 1/2004
2003 wurden fünf Millionen Wildtiere getötet. Novellierung
des Bundesjagdgesetzes überfällig
Anlässlich der Ausstellung Jagd und Hund 2004 in Dortmund bekräftigt
der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einer grundlegenden Überarbeitung des
Bundesjagdgesetzes. Wir erwarten von der rot-grünen Bundesregierung, dass sie ihr
im Koalitionsvertrag festgeschriebenes Versprechen hält und das Jagdrecht novelliert,
erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Eine solche
Reform ist längst überfällig. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als fünf
Millionen Wildtiere durch Jäger getötet. Nimmt man den Begriff der Jagdstrecke wörtlich,
so bilden diese getöteten Tiere aneinandergelegt eine Strecke von über 4000 Kilometer
Länge. Daher appellieren wir an die Bundesregierung, sich dieses drängenden Themas
verstärkt anzunehmen. Wir erwarten, dass auch hier das Staatsziel Tierschutz endlich zu
einem Mehr an Tierschutz führt.
Eine Novellierung des Jagdrechtes unter Berücksichtigung einer naturnahen Waldbewirtschaftung
und unter Tierschutzaspekten hat die rot-grüne Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag
vom 15.10.2002 versprochen. Wenn dieses Versprechen eingehalten wird, wächst die Chance,
dass zukünftig auch der Tierschutz im Bereich der Jagd angemessen berücksichtigt
wird, erklärt Wolfgang Apel. Eine Reform des Jagdgesetzes, so Apel, ist überfällig
und die Änderungsliste aus Sicht des Tier- und Naturschutzes lang. Es geht dabei nicht
darum, in einigen Punkten kleine Verbesserungen und Zugeständnisse zu erreichen. Vielmehr
muss das Jagdrecht vom Kopf auf den Fuß gestellt werden.
Es kann nicht sein, dass traditionell festgefahrene Nutzerinteressen im Jagdrecht beharrlich
über den Belangen des Tierschutzes stehen und dies noch mit dem Begriff Weidgerechtigkeit
verharmlosend umschrieben wird, so Apel und fährt fort: Es muss Schluss sein
mit der Einteilung in gute und schlechte Tierarten. Fast 100 Tierarten sind bundesweit zum
Abschuss freigegeben, darunter auch geschützte Tierarten. Die einzelnen Bundesländer
dürfen sogar zusätzliche Todeskandidaten auf ihre Liste setzen. Es muss Schluss sein,
Tiere zu töten, wenn dafür kein vernünftiger Grund vorliegt, wie bspw. die Jagd
auf Haustiere oder bedrohte Tierarten. Daneben müssen auch die Jagdzeiten und Jagdmethoden
dringend auf den Prüfstand. Der Einsatz tierquälerischer Totschlagfallen oder die
Verwendung von Bleischrot bei der Vogeljagd, um nur einige weitere Beispiele zu nennen, müssen
endlich der Vergangenheit angehören.
Breite Rückendeckung erhält der Deutsche Tierschutzbund auch vom größten
deutschen Dachverband der Umwelt- und Naturschutzverbände, dem Deutschen Naturschutzring
(DNR) mit über 5,2 Millionen Mitgliedern. Das unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes
vom DNR ausgearbeitete Eckpunktpapier zur Reformierung des Bundesjagdgesetzes liegt der Bundesregierung
vor.
Quelle: Du und das Tier 1/2004
Abschuss von Hunden und Katzen 2003
Nur vier Bundeslaender (Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen
und Schleswig-Holstein) geben Auskunft, wie viele Hunde und Katzen im Jahr von Jaegern getoetet
wurden. Im Zeitraum 01.04.02 bis 31.03.03 wurden in diesen vier Laendern 290 Hunde und 28.738
Katzen geschossen oder gefangen.
Quelle: Du und das Tier 1/2004