Pressemeldung des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des DTB
Tierschutzpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2006
Umweltministerin Margit Conrad zeichnete in
einer Feierstunde die Träger des rheinland-pfälzischen Tierschutzpreises 2006 aus.
Die diesjährigen Preisträger des mit insgesamt 6.000 Euro dotierten Preises sind
die Regionale Schule in Wallhalben, Rosemarie Schwalb aus Ransbach-Baumbach und Waltraud
Phul aus Worms.
Waltraud Phul, die Vorsitzende unseres Mitgliedsvereins "Menschen helfen Tieren Worms",
war von 1991 bis 1994 Mitglied im Tierschutzverein Worms Stadt und Land. 1995 gründete
sie den Tierschutzverein Menschen helfen Tieren Worms", den sie seither als 1. Vorsitzende
leitet. Dieser Verein kümmert sich um die private Haltung von Tieren im Wormser Raum,
nimmt selbst vorübergehend Tiere in Privatstellen auf. Außerdem übernimmt der
Verein Kontrollen der Tierhaltung von Nachbarvereinen und hat mehrere Tierschutzberater ausbilden
lassen.
Frau Phul kümmert sich sehr intensiv um Tierhaltungen in Zirkussen. 2002 sorgte sie durch
ihr Engagement dafür, dass der Besitzer von Zirkustieren, die er monatelang unter tierschutzwidrigen
Bedingungen auf einem Gelände in Worms hielt, behördliche Auflagen zur Änderung
der Haltungsbedingungen bekam. Da der Halter sich der Erfüllung der Auflagen entziehen
wollte, setzte sich Frau Phul dafür ein, dass die Tiere beschlagnahmt wurden und der Tierhalter
rechtskräftig verurteilt wurde. Weitere Einsätze bei Zirkusgastspielen rund um Worms
folgten, bei denen Frau Phul die Behörden informierte und zusätzlich über Flugblätter
auf die Problematik exotischer Tierhaltungen aufklärte. lm Sommer 2003 wurde auf ihre
Initiative hin der Geflügelmarkt Worms-Rheindürkheim wegen tierquälerischer
Haltung von Vögeln durch die zuständige Behörde geschlossen.
Den Tierschutzpreis bekommt Frau Phul vor allem für die Zivilcourage und den persönlichen
Einsatz bei der Beseitigung von Missständen in einem Zirkus in Worms. Zudem wird ihre
Aufklärungsarbeit zugunsten eines tierfreien Zirkus als vorbildlich empfunden.
Umweltministerin Conrad lobte das ehrenamtliche Engagement im Tierschutz: Ohne die vielen
jungen und alten Helferinnen und Helfer hätte der praktische Tierschutz nicht die breite
Leistungsfähigkeit, wie sie sich erfreulicherweise hier im Land darstellt.
Conrad verwies auf den hohen Stellenwert des Tierschutzes in Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung
lehnt die in diesem Jahr vom Bundesrat beschlossene Verlängerung der konventionellen Kleinkäfighaltung
weiterhin ab. Wir werden in Kürze wie angekündigt eine Normenkontrollklage
beim Bundesverfassungsgericht einreichen, so die Ministerin.
Wormser Zeitung vom 16.12.2006
Beharrlicher Kampf für gequälte
Kreatur
Waltraud Phul erhält Tierschutzpreis des Landes / Missstände in Zirkussen aufgedeckt
Von Susanne Müller
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Foto: Uwe Feuerbach |
Waltraud Phul hat ein Herz für Tiere und engagiert sich seit 14 Jahren ehrenamtlich im Tierschutz.
Jetzt wird sie für ihre Arbeit ausgezeichnet. |
Seit Jahren kämpft sie für Tiere. Engagiert, ohne Kompromisse und ohne darauf zu
achten, was andere denken. Waltraud Phul, Vorsitzende des Vereins "Menschen helfen Tieren
Worms", erhält nun für ihr Engagement den Tierschutzpreis 2006 des Landes Rheinland-Pfalz.
"Und soll ich Ihnen etwas sagen?", fragt die Tierschützerin, "ich war darüber
zunächst traurig". Denn so einen Preis könne es ja nur geben, weil es Tierleid
gibt. Sagt die Frau, die all zu oft mit Tierquälerei konfrontiert ist, nahezu täglich
auch mit Achtlosigkeit gegenüber den Mitgeschöpfen. Noch immer hat sie sich hier
kein dickes Fell zugelegt, noch immer gehen ihr Grausamkeiten bis ins Herz, auch 14 Jahre aktiver
Tierschutz haben daran nichts geändert.
Angefangen hat alles 1992. Damals hatte sie ihre 13 Jahre alte Tochter mitgenommen ins Tierheim,
hier wollte ihr Kind aktiv werden. "Schließlich war aber ich es, die sich dann engagierte",
lacht sie. Sie wurde Hundeausführerin und machte schließlich an Sonntagen ehrenamtlich
Dienst. Doch schon 1995 war ihr das nicht mehr genug. "Es gibt mehr Tiere als Hunde, Katzen
und Kleintiere", sagt sie - wobei sie keinesfalls den Einsatz des Tierschutzvereins oder
gar die Notwendigkeit eines Tierheims anzweifelt. Im Gegenteil, vor Ort ist das Tierleid greifbar,
hier müsse gehandelt werden. Das tut sie auch heute selbst, nimmt Hunde und Katzen auf
und vermittelt sie - sie sind in ihrem Verein, der rund 140 Mitglieder hat, in Privat-Pflegestellen
untergebracht.
Schwerpunkt ist aber die Information über das Elend der Nutztiere, in Pelztierfarmen,
der Schafe oder Rinder, die geschächtet werden, "und vor allen der Zirkustiere",
verdeutlicht die 55-Jährige. Hier ist sie bei jedem Unternehmen, das in Worms Station
macht, vor Ort. Sie konnte viele Missstände aufdecken, den Behörden Verstöße
gegen die Zirkusleitlinien melden - nicht selten war sie bei ihren Kontrollen auch körperlicher
Bedrohung ausgesetzt.
Stolz ist sie auf ihren Erfolg bei den exotischen Tieren in der Güterhallenstraße,
die über Monate in engen Zirkuswagen hausten, bevor sie dann dank ihres Einsatzes beschlagnahmt
wurden. Der Zirkusunternehmer wurde wegen Tierquälerei verurteilt.
Dieser Einsatz auf einem besonderen Gebiet des Tierschutzes war es auch, der neben vielen anderen
guten Argumenten Ministerin Margit Conrad davon überzeugte, dass Waltraud Phul eine geeignete
Trägerin des Landes-Tierschutzpreises ist. Am kommenden Mittwoch ist es soweit, dann empfängt
und ehrt die Ministerin die Preisträgerin, die sich in "herausragender Weise für
die Belange der Tiere eingesetzt hat".
Ihr Preisgeld wird sie ohne Abzüge in die Tierschutzarbeit stecken. "Mein nächstes
Projekt ist es, in Kindergärten zu gehen und über das Thema Zirkus zu informieren",
sagte sie - sie sei entsetzt darüber, dass immer mehr junge Leute in Zirkusse gingen und
nicht hinter die Glitzerwelt der Manege schauten.
Generell solle doch jeder bei allem, was er tut, darüber nachdenken, woher das kommt,
was er kauft, konsumiert oder isst. Wie es hergestellt wurde, ob Tierleid damit verbunden war,
meint Phul.
Erhält den Tierschutzpreis 2006 von Ministerin Margit Conrad:
Waltraud Phul (Mitte) im Beisein von SPD-Landtagsabgeordneter
Jens Guth, 1. Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des DTB Herr Lindig und Beigeordneter
Hans-Joachim Kosubek.