Wer ist Covance--Durch Tierversuche wird kein Mensch gesund -- Internationaler Tag des Versuchstieres
Tierverbrauch im Studium - Studierende gesucht--Tierversuchszahlen 2005
EU novelliert Tierversuchs-Richtlinie
Tierrechtsgruppen aus 10 Ländern starten Online-Unterschriften-Kampagne
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte startet heute zusammen mit Tierrechtsorganisationen aus zehn europäischen Ländern
eine Online-Unterschriftenaktion für eine tierversuchsfreie Forschung in Europa.
Anlass ist die derzeitige Novellierung der Tierversuchs-Richtlinie 86/609
durch die EU-Kommission.
Die EU-Richtlinie 86/609 ist die Rechtsgrundlage zur Durchführung von Tierversuchen in der EU. Doch diese Richtlinie ist zwanzig Jahre
alt und bedarf einer dringenden Überholung.
So werden tierexperimentelle Bereiche wie Grundlagenforschung,
Gentechnik sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung
bislang überhaupt nicht berücksichtigt. Die EU-Kommission ist derzeit mit der Novellierung
dieser Richtlinie befasst.
Tierrechts- und Tierversuchsgegner aus Deutschland, Finnland, Frankreich,
Großbritannien, Italien, Kroatien, Norwegen, Portugal,
Schweden und Spanien wollen nun mit einer Online-Aktion wesentliche Verbesserungen
in der Gesetzgebung erzielen und rufen die EU- Bürger
zur Beteiligung auf. Insbesondere sollen Tierversuche durch moderne,
für den Menschen relevante - das heißt tierversuchsfreie Forschungsmethoden
- ersetzt werden. Geleitet wird die Kampagne vom
britischen Dr. Hadwen Trust, eine der europaweit führenden Organisationen
im Bereich der tierversuchsfreien Verfahren.
"Die Novellierung der Tierversuchs-EU-Richtlinie bietet der EU jetzt die Chance, den Ersatz von Tierversuchen deutlich voranzubringen,"
so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes.
"Diese Gelegenheit muss jetzt unbedingt
genutzt werden, einen generellen Kurswechsel einzuleiten:
weg vom Tierversuch, hin zu innovativer Forschung ohne Tierversuche."
Tierversuchsfreie Methoden wie Zellkulturen und Computermodelle sind nicht
nur aus ethischen Gründen, sondern auch aus wissenschaftlicher und
wirtschaftlicher Sicht zu bevorzugen. Sie liefern zuverlässige und
sinnvolle Resultate und sind zudem oft auch noch wesentlich schneller
und kostengünstiger als die entsprechenden Tierversuche.
Online-Unterschriften-Aktion: www.endeuanimaltests.org
Tierversuchszahlen 2005 - soeben veröffentlicht
15.11.06
Alarmierend: Tierversuche erneut gestiegen
Die heute vom Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz herausgegebenen
Tierversuchszahlen zeigen einen erneuten Anstieg:
von 2,2 Millionen getöteten Tieren im Vorjahr auf
2,4 Millionen in 2005. Dies entspricht einer Steigerung um 6,5
Prozent beziehungsweise 147.189 Tieren.
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte erinnert die Bundespolitiker
an die Einhaltung der im Koalitionsvertrag
zugesagten zügigen Weiterentwicklung von Ersatzmethoden und zeigt
Eigeninitiative: Am 20. November wird den Bundestagsfraktionen ein
praktikables Konzept zur Förderung tierversuchsfreier Forschung vorlegen.
Die seit Jahren ansteigenden Versuchstierzahlen sind vor allem auf den
Bereich der Gentechnik zurückzuführen, wo allein bei den
gentechnisch veränderten Mäusen eine Zunahme um etwa 50.000 Tiere zu verzeichnen ist. Jedoch wurden auch 4.892 Hunde, 1.023 Katzen,
2.105 Affen im Jahr 2005 in deutschen Laboren getötet.
"Während in vielen Forschungsbereichen, wie den Giftigkeitstests, tierversuchsfreie Methoden auf dem Vormarsch sind, hinkt die
Gentechnik massiv hinterher", erklärt Dr. Kurt Simons, Vorsitzender
des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Auch Prof.
Dr. Marcel Leist, Inhaber des ersten Lehrstuhls
für In-vitro-Methoden an der Universität
Konstanz, sieht im Bereich der Gentechnik einen großen Nachholbedarf,
tierversuchsfreie Methoden zu entwickeln.
Der Bundesverband fordert schnellstmöglich Konzepte zur Entwicklung und Umsetzung solcher Verfahren und hat am 20. November in Berlin
einen Workshop mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen
initiiert. Dort wird er auch selbst ein Konzept
präsentieren, das konkrete Maßnahmen
aufzeigt wie die Förderung einer tierversuchsfreien Forschung
vorangetrieben werden kann.
Tierverbrauch im Studium - Studierende gesucht
An zahlreichen Hochschulen sind in den Fachbereichen Medizin, Tiermedizin und Biologie Tierversuche,
bzw. Übungen an eigens zu diesem Zweck getöteten Tieren, Pflichtbestandteil der Ausbildung.
Immer wieder weigern sich Studierende, an diesen, so genannten "tierverbrauchenden"
Praktika teilzunehmen. Mehr und mehr Hochschulen ziehen die Konsequenzen daraus und bieten
tierverbrauchsfreie Lehrmethoden an.
SATIS (lat.: "genug") versteht sich als Forum der Studierenden, die den "Tierverbrauch"
in der Ausbildung ablehnen. Statt veralteter Lehrmethoden, für die Tiere ihr Leben lassen
müssen, fordern wir den Einsatz von tiermissbrauchsfreien Lehrmethoden, die einen respektvollen
Umgang mit Lebewesen ermöglichen und gewährleisten.
Aktion zum Mitmachen!
Zusammen mit unserem Dachverband, den Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner
e.V. planen wir für das WS 2006/2007 einige konkrete Projekte im Bereich "Tierverbrauch"
im Studium.
Zum Update unserer Informationen über die Situation an den einzelnen Hochschulen benötigen
wir deine Hilfe!
Wenn du für den Reader zur Situation an deutschen Hochschulen eine Aktualisierung beitragen
kannst, melde dich bitte bei
Medikamenten-Tester auf Intensivstation
Tierversuche konnten schwere Nebenwirkungen nicht vorhersagen
Sechs gesunde freiwillige Versuchspersonen erkrankten zum Teil lebensgefaehrlich,
nachdem sie ein neues, zuvor erfolgreich in
Tierversuchen getestetes Medikament eingenommen hatten. Derzeit liegen
die Maenner mit multiplen Organversagen in einem Londoner Krankenhaus
auf der Intensivstation. Nach Meinung von Aerzte gegen Tierversuche
und Bundesverband Menschen fuer Tierrechte ist dieser soeben
oeffentlich bekannt gewordene Zwischenfall ein weiterer Beweis
fuer die Unzuverlaessigkeit der Methode Tierversuch.
"Tierversuche koennen die Reaktionen des Menschen nicht vorhersagen und damit die Sicherheit von Medikamenten nicht gewaehrleisten",
so Dr. med. vet. Corina Gericke, Sprecherin von Aerzte gegen
Tierversuche und Bundesverband Menschen fuer Tierrechte.
"Menschen und die verschiedenen Tierarten
unterscheiden sich hinsichtlich Stoffwechsel,
Organaufbau und -funktionen so stark, dass die Ergebnisse
aus Tierversuchen nicht auf andere Arten uebertragbar sind.
Es gibt zahllose Beispiele, bei denen tierversuchserprobte Medikamente
bei Menschen zu schweren, oft sogar toedlichen Nebenwirkungen gefuehrt haben. Vioxx und Lipobay
sind bekannte Beispiele der juengsten Vergangenheit."
Das Medikament TGN1412, das jetzt zu den lebensgefaehrlichen Reaktionen
bei sechs Versuchspersonen gefuehrt hat, war von der Wuerzburger
Pharmafirma TeGenero AG zum Einsatz gegen Multiple Sklerose,
Arthritis und verschiedene Krebsarten entwickelt worden.
In einer Stellungnahme von TeGenero heisst es, dass die
vorangegangenen Laborstudien die jetzt bei den Versuchspersonen aufgetreten Reaktionen nicht
widergespiegelt haetten.
Die Tierversuchsgegner fordern seit Jahren, auch aus Gruenden des
Verbraucherschutzes, bei der Medikamentenentwicklung endlich auf
Tierversuche zu verzichten. Der Einsatz moderner Testmethoden anstelle
von Tierversuchen, wie komplexer Computermodelle, Tests mit
menschlichen Zellkulturen und Mikrodosis-Tests, die Rueckschluesse auf die Verstoffwechslung
im Koerper zulassen, wuerden die Medikamentensicherheit
wesentlich erhoehen. "Wie viele Skandale muessen
noch passieren, bis endlich ein Paradigmenwechsel - weg von der
Uraltmethode Tierversuch, hin zu tierversuchsfreien Verfahren -
vollzogen wird?", fragt Gericke.
Quelle: Menschen für Tierrechte
Wer ist Covance Demo am 17.07.04 in Hamm
Covance ist ein multinationales Unternehmen mit Sitz in Princeton, USA, und Einrichtungen in 18 verschiedenen Ländern. Firmen wie Aventis, Pfizer und Bayer geben bei Covance Tierversuche in Auftrag. Im Labor in Münster werden hauptsächlich Arzneimitteltests im Bereich der Reproduktionstoxikologie durchgeführt, d. h. die Testsubstanzen werden trächtigen Affen verabreicht, um missbildende oder Erbgut schädigende Einflüsse festzustellen. Solche Versuche sind z. B. durch das Arzneimittelgesetz vorgeschrieben und müssen nicht genehmigt werden. Jedes Jahr werden rund 1.000 Primaten, vorwiegend Javaner- und Rhesusaffen, im Rahmen von Tierversuchen bei Covance getötet. Damit »verbraucht« Covance über die Hälfte aller in Deutschland zu Versuchszwecken verwendeten Affen. Covance in Münster beschäftigt 180 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 18 Millionen Euro. Schon im September 2003 stellten die Ärzte gegen Tierversuche Strafanzeige gegen Covance. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte berichtet, wie 500 überschüssige Affen mit der Todespritze »entsorgt« worden waren. Einigen war ein nicht zugelassenes Mittel verabreicht worden, das einen besonders qualvollen Todeskampf der Tiere zur Folge hatte.
Quelle:www.tierrechte.de
Erstmals in Deutschland: Undercover-Aktion der britischen Organisation BUAV (British Union
for the Abolition of Vivisection - Britische Union zur Abschaffung von Tierversuchen) enthüllt
die haarsträubenden Zustände hinter den verschlossenen Türen eines Tierversuchslabors.
Schwer verhaltensgestörte Affen in kleinen, kahlen Gitterkäfigen, rohe, respektlose
Behandlung der Tiere durch das Personal, grausame Giftigkeitsversuche, Angst und Leid von Tausenden
von Primaten - das ist die schreckliche Realität im Auftragslabors Covance in Münster.
Trotz eindeutiger filmischen Beweise für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz
musste die Firma Covance bislang keinerlei Sanktionen hinnehmen. Der Bundesverband Menschen
für Tierrechte sowie etliche andere Organisationen und Einzelpersonen erstatten zwar Anzeige,
doch wurden das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Münster eingestellt. Dagegen legte
der Bundesverband Beschwerde ein. Die Firma Covance versucht ihrerseits durch einstweilige
Verfügungen einzelne Tierrechtsvereine mundtot zu machen und die Verbreitung der Bilder
aus dem Labor zu verhindern. Die Betroffenen erhoben dagegen Widerspruch, aber das Landgericht
Münster bestätigte die einstweiligen Verfügungen. Hauptsache- und Berufungsverfahren
stehen noch aus. Schließlich entschied ein weiteres Gericht, das Verwaltungsgericht Münster,
zugunsten von Covance, indem es eine einstweilige Verfügung der Firma gegen die Anordnung
der Stadt Münster, Videoüberwachungskameras zu installieren, bestätigte. Auch
dieses Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Es kann nicht angehen, dass in unserem Rechtsstaat die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft
gezogen werden und der Schutz der Täter höher gewertet wird als der der Opfer. Der
Bundesverband Menschen für Tierrechte fordert daher:
- Die Schließung von Covance
- Verbot von Affenversuchen (als ersten Schritt auf dem Weg zur Beendigung aller Tierversuche)
- Wahrung der Meinungs- und Pressefreiheit
Quelle:www.tierrechte.de
Zum Fall Tierversuchslabor Covance:
Staatsanwaltschaft Münster mit Blindheit geschlagen?
Menschen für Tierrechte legen Beschwerde gegen Einstellung der Ermittlungen ein
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte erhebt gegen die Staatsanwaltschaft Münster
schwere Vorwürfe und legte jetzt Beschwerde gegen deren Einstellung des Ermittlungsverfahrens
gegen Verantwortliche des Tierversuchslabors Covance sowie gegen den Amtsveterinär Dr.
Roland Otto ein.
»Höchst einseitig und unqualifiziert« hält Dr. Eisenhart von Loeper,
Rechtsanwalt und Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, die Einstellungsverfügung
der Staatsanwaltschaft. Diese wurde mit mangelndem Tatverdacht der Tierquälerei begründet.
Von Loeper, der seit 26 Jahren ständig tierschutzrechtliche Problemfälle bearbeitet
und Kommentator des Tierschutzgesetzes ist, verweist darauf, dass mehrere hochqualifizierte
Sachverständige aufgrund des vorhandenen Filmmaterials anhaltende Leiden der Versuchsaffen
registriert haben. Diese äußern sich z. B. durch Verhaltensstörungen in Form
von Schaukel- und Drehbewegungen oder mimischen Gebärden. Das müsse nach der Rechtsprechung
des Bundesgerichtshofs als kennzeichnend für Tierquälerei eingestuft werden.
»Die Staatsanwaltschaft Münster hat sich einseitig von den Schutzbehauptungen der
Firma Covance und dem ihr nahe stehenden Amtsveterinär beeindrucken lassen«, betont
von Loeper. So habe sie es in bestürzender Weise unterlassen, profilierte Primatenforscher
zu befragen und sorgfältig die durch die Filmdokumentationen erwiesenen Fakten unabhängig
auszuwerten. Kritisch beleuchtet der Rechtsanwalt besonders die Aussage der Staatsanwaltschaft,
dass gegen Amtsveterinär Otto »zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch eines Tatverdachts«
bestanden habe. Denn bereits vor Monaten sei gegen die Firma Covance Anzeige erstattet worden,
als es um die Tötung von 500 Affen ging.
Dr. Otto habe die Tötungen sanktioniert, die weder gerechtfertigt erschienen noch tierschutzkonform
durchgeführt worden seien. »Die Staatsanwaltschaft Münster ist augenscheinlich
mit Blindheit geschlagen«, folgert von Loeper »Und es ist beschämend, wie
einseitig sie agiert, mangelnde Achtung gegenüber den Affen als intelligenten, sozialen
Wesen erkennen lässt und nicht ihrer Verpflichtung nachkommt, das Staatsziel Tierschutz
umzusetzen.«
Die Staatsanwaltschaft werde deshalb, so von Loeper, die Ermittlungen aufgrund der eingelegten
Beschwerde fortführen müssen. Das sei sie den Versuchstieren sowie der Bevölkerung,
die mit großer Empörung auf den unwürdigen, qualvollen Umgang der Beschuldigten
mit den Versuchsaffen reagiert habe, schuldig.
Unterschriftlisten und weitere Informationen unter http://tierrechte.de
Quelle:www.tierrechte.de
24.04. - Internationaler Tag des Versuchstieres: Europa geht uns alle an - keine Tierversuche fuer alte Chemikalien
Am 24.04., dem internationalen Tag des Versuchstiers, fordern wir alle Buergerinnen und Buerger auf, sich gegen die auf europaeischer Ebene geplanten Tierversuche zur Testung der sog. Altchemikalien auszusprechen. Altchemikalien sind Stoffe, die vor 1981 auf den Markt kamen. Die meisten davon wurden nie auf ihre Giftigkeit hin untersucht. Mitte Februar wurde von der Europaeischen Kommission ein "Weissbuch - Strategie fuer eine zukuenftige Chemikalienpolitik" vorgelegt. Hintergrund dieses Weissbuchs ist die Erkenntnis, dass die bisher gueltigen Regelungen zur Sicherheitspruefung von Chemikalien gescheitert sind und dass dadurch sowohl die Verbraucher als auch die Umwelt unnoetig gefaehrdet werden. Derzeit wird das Weissbuch im Europaeischen Parlament und im Umweltministerrat diskutiert und kommentiert. Ersten Ankuendigungen der Europaeischen Kommission zufolge kann eine Veraenderung der Chemikalienpolitik dazu fuehren, dass in den kommenden Jahren mehrere Millionen Versuchstiere zusaetzlich sterben muessen, um Daten ueber die Giftigkeit der Altchemikalien zu liefern.
"Diese Versuche sind unsinnig, und muessen verhindert werden. Haeufig liegen bereits die gesuchten Daten vor und sie werden nur von der Industrie geheim gehalten. Haeufig weiss man allein auf Grund der Schaeden, die bestimmte Chemikalien am Menschen oder in der Umwelt verursacht haben, dass sie giftig sind - und es ist unsinnig, sie nachtraeglich im Tierversuch zu testen. Und schliesslich sind Tierversuche in Sicherheitspruefstrategien sowieso unsinnig, da man die fuer die Einstufung von Chemikalien erforderlichen Daten ethisch vertretbar mit tierversuchsfreien Verfahren ermitteln kann", so Waltraud Phul, die Vorsitzende des Tierschutzvereins "Menschen helfen Tieren Worms e.V.".
Die im Weissbuch vorgeschlagene Chemikalienpolitik reicht nicht aus, jetzt einen umfassenden Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz sicherzustellen: Fuer alle Chemikalien, die in Produktionsvolumina von unter 10 Tonnen jaehrlich auf den Markt gebracht werden, soll zwar vorgeschrieben werden, dass ihre Giftigkeit mit tierversuchsfreien Verfahren ermittelt werden muss. Aber fuer alle Chemikalien, die in hoeheren Produktionsvolumina auf den Markt kommen, wird wieder die alte Pruefstrategie, die eine Serie laengst ueberholter Tierversuche beinhaltet, vorgeschlagen. Somit haben es die Politiker versaeumt, fuer die Chemikalien, die den Verbraucher und die Umwelt allein mengenmaessig am meisten belasten, eine Sicherheitspruefstrategie mit tierversuchsfreien Verfahren festzuschreiben.
Hier muessen die Europaparlamentarier und der Ministerrat ansetzen. Im Weissbuch muss festgeschrieben werden, dass alle Chemikalien, fuer die auf Grund bereits existierender Daten noch keine Risikobewertung vorgenommen werden kann, mit tierversuchsfreien Verfahren - und nicht mit Tierversuchen - getestet werden. Wir sind davon ueberzeugt, dass dies der richtige Weg hin zu einem besseren Verbraucher- und Umweltschutz ist, da tierversuchsfreie Verfahren viel besser als Tierversuche in der Lage sind, die Gefaehrlichkeit unbekannter Chemikalien abzuschaetzen.
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Die Haltung von Versuchstieren ist nicht tierschutzgerecht Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich fuer die Abschaffung aller Tierversuche ein. Auf dem Weg dorthin darf man jedoch den Schutz der Tiere, die heute fuer Versuche gezuechtet und gehalten werden, nicht ausser Acht lassen. Diesen Tieren werden nicht nur waehrend der Versuche, sondern auch durch nicht artgerechte Haltung Leiden und Schaeden zugefuegt. |
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Einzelhaft in winzigen Kaefigen, die keine artgemaesse Bewegung oder Beschaeftigung erlauben, ist die Regel nach den veralteten Vorschriften zur Haltung von Labortieren
Quelle: du und das tier 05/2000
Durch Tierversuche wird kein Mensch gesund
Krankheits-Symptome werden gesunden Tieren kuenstlich zugefuegt,
um chemisch-synthetische Substanzen zu entwickeln, welche diese
Symptome dann unterdruecken sollen.
Ein Symptom ist immer Ausdruck, nicht aber Ursache einer Krankheit,
genauer: Homotoxikose.
Deshalb ist es ein dummes, gefaehrliches und aussichtsloses Unterfangen,
Symptome zu unterdruecken. Und fuehrt niemals zur Heilung.
Wenn das dem Tier kuenstlich beigebrachte Symptom dem Symptom
des Menschen aehnlich ist, so bedeutet dies nicht, dass auch aehnliche
Ursachen vorliegen. Daher ist ein Symptomvergleich zwischen Mensch
und Tier schlichtweg unwissenschaftlich.
Internationaler Tag des Versuchstieres
Anläßlich des Internationalen
Tag des Versuchstieres am 24.4.2006möchten wir alle an das unsagbare Leid der Versuchstiere
erinnern und müssen mit Bestürzung feststellen, dass der Trend zu mehr Tierversuchen
in Deutschland besteht. Auch im Jahr 2000 wird das Vermarktungsverbot für Kosmetika, deren
Inhaltsstoffe in Tierversuchen getestet wurden, nicht in Kraft treten.
Ein solches Verbot könnte umgehend realisiert werden. Eine ausreichende Anzahl toxikologisch
charakterisierter Inhaltsstoffe und einsatzfähiger tierversuchsfreier Prüfmethoden,
um gesundheitlich unbedenkliche Kosmetikprodukte auf den Markt zu bringen, steht längst
zur Verfügung.
Die Versuchstierzahlen sind im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr gesunken. Die aktuellen
Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass die vorhandenen Mechanismen nicht mehr ausreichen um
zu verhindern, dass Tiere nahezu beliebig zu Forschungszwecken missbraucht werden.
Im Bereich der Grundlagenforschung verläuft die Tendenz hin zu immer mehr Tierversuchen.
Das vorhandene Genehmigungsverfahren leistet offenbar keinen Beitrag zu deren Verringerung.
Die verantwortlichen Wissenschaftler weigern sich weiterhin, ihrer ethischen Verantwortung
gerecht zu werden und das in einem Bereich, in dem Erkenntnisse gewonnen werden, die keinen
unmittelbaren Nutzen für Mensch und Umwelt bringen. Neben einer deutlichen Zunahme der
Versuchstierzahlen bei Mäusen und Kaninchen stieg auch die Zahl der verwendeten Hunde
erheblich.
1998 wurden insgesamt 5.600 Hunde in Versuchen eingesetzt - über 1000 mehr als im Vorjahr.
Der "beste Freund des Menschen" muss vor allem in sogenannten Toxizitätsprüfungen
leiden, bei denen Giftigkeit von Substanzen und Produkten untersucht wird. Diese Versuche sind
mit qualvollen Symptomen wie Vergiftungserscheinungen verbunden.
Unsere Forderung an die Bundesregierung: Tierversuche müssen durch alternative Methoden
ersetzt werden.
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Ehrlos ist jeder Arzt, welcher gegen sein edleres Gefuehl als Mensch, gegen die innere Stimme des Gewissens und der Gerechtigkeit und gegen seine wissenschaftlich Ueberzeugung den physiologischen Tierversuch, Vivisektion genannt, gutheisst, verteidigt oder auch nur stillschweigend anerkennt, anstatt gegen diese hoechst beklagenswerte wissenschaftliche Verirrung beherzt und rueckhaltlos aufzutreten... Dr. med. Artur Laab, Graz 1905 |